Mittwoch, 9. November 2011

Gruß an zwei besondere Freunde...

An zwei besondere Menschen, die über 16000 km von mir entfernt sind gerade - ich freu mich sehr mit Euch!!!

Dienstag, 8. November 2011

Hagel in San Luis

Wow. Gerade eben hat es Hagelkörner groß wie Taubeneier gehagelt. Gut, dass ich noch im Büro sitze. Das Spektakel hat keine 20 Minuten gedauert. Nun hat es hoffentlich ein wenig abgekühlt.


Heute ist Dienstag, das heisst gestern hat wieder eine Arbeitswoche begonnen. Und mittlerweile gab es schon drei Besprechungen, die alle sehr produktiv waren. Gestern habe ich präsentiert, woran ich in den letzten Jahren gearbeitet habe. Es ist sehr gut gelaufen. 

Eine lustige Sache gibt es hier auch: Mate to go. Coffee to go habe ich noch nirgends entdeckt, leider. So sieht Mate to go aus:



Sonntag, 6. November 2011

Wandern auf Argentinisch

Heute stehe ich sehr früh auf. Es fällt mir nicht leicht, weil ich nicht gut geschlafen habe. Aber ich freue mich, heute geht es mit dem Club Montana de San Luis nach Salto de Pancanta. Marcelo ist so freundlich, Michael und mich zu begleiten. Treffpunkt ist um 06:30 an der Stadtgrenze von San Luis. Wir kommen 10 Minuten zu spät - ich bin deswegen auch ein wenig nervös - aber das ist hier gänzlich egal. Wir warten noch mindestens eine Stunde, bis alle eintrudeln. Es nehmen über 100 Menschen an der Tour teil, eine Riesengruppe. Michael und ich werden als ausländische Exoten freundlich begrüßt.




Mit dem Auto fahren wir circa eine Stunde zum Ausgangspunkt der Tagestour. Die Fahrt ist atemberaubend; wir fahren beinahe die ganze Zeit durch die Berge und genießen die Aussicht.



Angekommen, werden erst alle Teilnehmer gezählt und über diverse Richtlinien aufgeklärt. Der Club Montana ist sehr gut organisiert und besteht aus einem großen Team, die sogar mit Funkgeräten ausgestattet sind. Eine so große Gruppe von Wanderern zusammenzuhalten, stelle ich mir als nicht einfach vor.



Wir marschieren los und müssen uns als erste Hürde gleich unter einem Stacheldraht durchquetschen. Dann geht es dahin wie bei uns auf der Alm - über relativ flache, grasbewachsene Flächen. Mit dem Unterschied, dass hier Kakteen blühen.






Es ist sehr heiss mittlerweile. Nun müssen auch leichte Steigungen überwunden werden, aber mir macht das nichts aus. Nach über einer Woche sitzen bin ich heilfroh über die Bewegung an der frischen Luft. Schließlich kommen wir an einen Abgrund und in der Ferne sieht man auch schon den Wasserfall (Salto), der in einem Tal liegt.



Um in dieses Tal zu gelangen, muss erst ein steiles Stück nach unten gegangen werden. Dies stellt sich als gar nicht so einfach heraus, weil einerseits überall stachelige Kakteen wachsen und andererseits, weil das Gras sehr rutschig ist.



Sowohl Marcelo, als auch Michael als auch ich rutschen aus und fallen hin - aber keiner verletzt sich. Unten angekommen machen wir erst einmal eine Rast. Marcelo ist sichtlich froh über die Pause.

Nachdem wir unsere mitgebrachte Jause verspeist haben, machen wir uns Richtung Wasserfall auf. Um direkt zum Wasserfall zu gelangen, muss man erst ein paar Felsen hinaufklettern - das macht mir großen Spass.






Der Wasserfall fließt in ein riesiges Steinbecken. Einige Wanderer entledigen sich ihrer Kleidung und springen ins eiskalte Wasser. Ich sehe mir das lieber vom Rand an - an Badekleidung habe ich auch gar nicht gedacht. Michael lässt sich aber nicht zweimal von einer Spanierin ermutigen und springt mit Wanderhose ins Wasser. Sieht ja eh erfrischend aus, aber.





Nach einer guten Stunde Pause machen wir uns wieder alle auf den Weg. Der Club Montana hat einen anderen Rückweg gewählt, das finde ich gut. So sehe ich noch mehr von der großartigen Landschaft. Es wird allerdings gefühlt immer heisser. Ich habe 1 Liter Wasser mehr mit als Marcelo und Michael und so teile ich mit den beiden. Bei der Hitze ist es auch notwendig, genug zu trinken. Der Rückweg ist dann doch etwas lang und anstrengend. So bin ich dann froh, als wir endlich wieder am Ausgangspunkt ankommen. Die vielfältigen Eindrücke des heutigen Tages werde ich jedoch bestimmt nicht vergessen. Und heute werde ich sicherlich wieder gut schlafen können.




Samstag, 5. November 2011

Ein heisser Samstag...

Heute ist Samstag und um die Mittagszeit werde ich abgeholt - von Marcelo und seiner Frau Sigrid, Edgardo und Michael. Das Ziel ist El Trapiche, ein Ort in der Nähe von San Luis. Durch El Trapiche schlängelt sich ein Fluss, der ein beliebtes Ausflugsziel ist. Schöne Tage verbringen die Puntanos, wie sich die Menschen aus San Luis nennen, gerne an diesem Fluss um zu grillen, Mate zu trinken und in dem Wasser zu baden. 


In El Trapiche angekommen, stellen wir jedoch fest, dass der Fluss aufgrund der anhaltenden Dürre nur wenig Wasser führt. 



Weil wir baden möchten, beschließen wir, weiter nach La Florida zu fahren. In La Florida gibt es eine großen See. Die Universidad National de San Luis hat dort sogar einen eigenen Campingplatz. 




Dort angekommen bereiten wir alles für ein Picknick vor. Marcelo und Sigrid haben Torre de Panquetes vorbereitet, das bedeutet übersetzt "Türme von Palatschinken". Und das ist es auch, Palatschinken aufgetürmt und pikant gefüllt. Ist vielleicht eine Idee für eine Palatschinkenvariation, Reini und Georg?




Nach einem kurzen Spaziergang wollen wir nun endlich baden gehen. Wir versuchen es an mindestens drei Stellen. Allerdings finden wir an einer Stelle Glasscherben und an anderen Stellen wachsen viele Wasserpflanzen. Edgardo ist unzufrieden mit den Badegelegenheiten. Und so begeben wir uns erneut auf die Reise - nun geht es nach Siete Cajones, den sieben Kästen, ein Tal, in dem ebenfalls ein zum Baden geeigneter Fluss fließen soll. 






In Siete Cajones haben wir nun endlich Glück - die Landschaft ist atemberaubend und das Baden angenehm erfrischend. Wir durchschwimmen drei der sieben Cajones. Am Himmel sehen wir einen Condor seine Kreise ziehen.





Es ist unglaublich ruhig und friedlich hier. Nach einiger Zeit wird mir kalt und ich setze mich auf einen warmen Felsen. Als alle aus dem Wasser draussen sind, bereitet Sigrid Mate für alle zu. Ich passe, mir schmeckt das argentinische Leibgetränk einfach nicht. Aber das Ritual finde ich lustig. Dazu gibt es Media Lunas, Croissants.


Ein perfekter Tag neigt sich dem Ende zu. Heute heisst es früh schlafen gehen. Morgen wollen wir wandern gehen.

Freitag, 4. November 2011

Einkaufen - ein erster Versuch

Heute war ich das erste Mail alleine einkaufen. In einem großen Supermarkt, der nur wenige Blocks von meinen Apartment entfernt liegt. Meine Tasche habe ich zu Hause gelassen - hier darf man mit Handtasche nicht ins Geschäft. Es wurde wohl zuviel geklaut.

Es wird schon ein wenig dunkel und so beeile ich mich. Im Geschäft angekommen, sehe ich mich erst mal um. Obwohl es viele Dinge zu kaufen gibt, bin ich ein wenig ratlos. Lebensmittel einkaufen ist mir grundsätzlich sowieso zuwider. Ich mag es eigentlich gar nicht, vor 10 verschiedenen Sorten Joghurt zu stehen und nicht zu wissen, welches ich nehmen soll. Georg kann meine Abneigung gegen Lebensmittelgeschäfte wohl bestätigen.

In diesem argentinischen Supermarkt ist es noch schlimmer; ich kenne nämlich keines der Produkte und weiss daher noch weniger, was ich nehmen soll. Es gibt viele Dinge, die ich als ungesund einstufe und wenige Dinge, die ich gerne esse. Zumindest mal auf den ersten Blick. Das Gemüse sieht nicht besonders aus und in der Obstabteilung gibt es gewachste Äpfel und Variationen von Zitrusfrüchten. Dann wohl keine Banane heute. Stattdessen nehme ich einen Becher pürierter Früchte aus der Babyabteilung. Ich muss unbedingt besser Spanisch lernen - wenn die Brotauswahl daran scheitert, dass man nicht nach einem speziellen Brot fragen kann und man folglich das nehmen muss, das in einem Korb neben der Brottheke liegt, dann ist das ärgerlich.

Obwohl es schon nach 20:00 ist, ist das Geschäft übervoll mit Menschen. An der Kasse ist eine lange Schlange. Die Menschen sind trotzdem sehr geduldig. Eine hochschwangere Frau wird ohne zu meckern vorgelassen. Immer wieder fällt mir auf, wie extrem freundliche Menschen die Argentinier sind.

Mein heutiger Einkauf:



Morgen geht es zu Mittag aufs Land, nach El Trapiche und La Florida. Am Vormittag werde ich noch an meiner Präsentation für nächste Woche arbeiten. Deswegen - Zeit zum Schlafen!

Donnerstag, 3. November 2011

Retrospektive... Und Pläne für das Wochenende

Vor einer Woche habe ich mich um diese Zeit noch am Iberia Schalter am Madrider Flughafen angestellt. Nun bin ich schon einige Tage in San Luis und mittlerweile habe ich mich schon ein wenig eingewöhnt. Gerade eben habe ich köstliche Empanadas zum Abendessen verspeist. Nun habe ich schon vier argentinische Spezialitäten probiert, ausser den Empanadas habe ich Mate gekostet (der schmeckt mir aber überhaupt nicht), dann Dulce Leche und Tortitas oder Facturas, wie die kleinen Blätterteigtörtchen in Argentinien genannt werden. Und nun schaue ich mir Dr. House in Englisch mit spanischen Untertiteln auf einem 70er Jahre Fernseher an. Zuhause werden wohl schon alle schlafen.


Edgardo hat mir den Kontakt einer Yogalehrerin verschafft, die bei sich zu Hause Kleingruppen unterrichtet. Die Dame kann zwar nur Spanisch, aber wie sie selbst gesagt hat, ist Yoga "un idioma universale". Ich denke, ich werde zumindest mal hinschauen und das ausprobieren.

Während der letzten Tage ist es heiß geworden in San Luis. Heute stieg die Temperatur auf über 32 Grad. Am Samstag ist ein Ausflug zu einem nahen Fluss geplant, in dem man auch ein wenig planschen kann. Da freue ich mich schon drauf. Und für Sonntag haben wir mal eine Wanderung eingeplant, mit dem Club Montana, der ein Trekking Social zum Salto de Pancanta veranstaltet. Michael und ich wollen da mitmachen, die Details sind aber noch nicht geklärt. Wäre schön, wenn das was wird. Gute Nacht!

Dienstag, 1. November 2011

TODOs und auf zum Zahnarzt

Ein neuer Tag beginnt. Ich habe schon etwas besser geschlafen und der Jetlag ist schon weniger schlimm. Heute gehe ich das erste Mal alleine ins Büro. Den Weg habe ich mir hoffentlich gemerkt. Für das Frühstück toaste ich mir Brot in der Pfanne, dazu gibt es queso crema - also Streichkäse.


Ich bin wirklich froh, dass ich meine kleine Bialetti Espressomaschine mitgenommen habe. Im Laden habe ich Segafredo Kaffee gekauft, so kann ich exzellenten Espresso in der Früh trinken. Ins Büro brauche ich zu Fuß nur fünf Minuten, das ist angenehm. Das Problem mit dem Internet besteht nach wie vor, ich bekomme über das WLAN einfach keine richtige Verbindung. Wir beschließen, dass ein Ethernet Adapter her muss. Um die Mittagszeit gehen wir in einen Computershop, der hat sogar einen Adapter, der mit Mac kompatibel sein sollte. Mit meinem Air sieht es jedoch schlecht aus; ist der Adapter angesteckt, friert das System ein. Zu früh gefreut. Der Shopinhaber verspricht, ein anderes Modell aufzutreiben. In ein paar Tagen kann ich das dann ausprobieren.

Ausserdem statten Edgardo und ich dem Immobilienmakler einen Besuch ab. Die Miete ist zu bezahlen und der Vertrag ist abzuholen. Ich bin froh, dass das erledigt ist und schicke eine Kopie des Vertrags an meinen Chef. Wieder etwas, das von der TODO Liste abgehakt werden kann. Edgardo warnt mich vor Taschendieben, die vornehmlich in einer bestimmten Strasse aktiv sind. Gut zu wissen.

Nach der Arbeit gehe ich nach Hause. Und da passiert etwas Dummes: beim Abendessen beiße ich mir die Hälfte eines Zahnes aus. Mir wird ganz heiss und ich weiss nicht, was ich tun soll. Ich rufe Georg mit dem Handy an; das ist zwar extrem teuer, aber, wie ich finde, in der Situation angebracht. Über Skype kann ich ihn nämlich nicht erreichen, da in Österreich schon Schlafenszeit ist. Georg beruhigt mich. Das ist auch notwendig.

Um 19:00 kommt Edgardo vorbei, weil wir eigentlich etwas wegen des Internets unternehmen wollten. Aber er fährt mich dann sofort zu seinem Zahnarzt, der mich auch drannimmt. Wir müssen sicher 30 Minuten warten; der arme Michael muss leider mit uns warten.

Der Zahnarzt ist sehr nett, und ich verstehe auch ein wenig von dem, was er zu meinem Zahnproblem sagt. Er flickt mir den Zahn notdürftig und gibt mir den Rat mit, beim Essen sehr aufzupassen und auf eher weiche Sachen zurückzugreifen. So sollte das Provisorium die drei Monate überstehen. Mein Zahnarzt in Österreich wird sich freuen; das wird teuer. Ich bin sehr erleichtert, trotzdem.

Ich entschuldige mich tausend Mal bei Edgardo und Michael für die Unannehmlichkeiten. Beide sind sehr nett und ich freue mich schon auf eine Gelegenheit, die beiden zum Essen einzuladen.

Zuhause schreibe ich noch schnell eine SMS an Georg, damit er sich nicht zu sehr sorgt. Nach diesem Tag schlafe ich wie ein Baby.