Montag, 14. November 2011

Geburtstage...

Diese Woche haben zwei liebe Menschen Geburtstag - heute feiert meine Mutter Geburtstag und gestern ist die kleine Emma 1 Jahr alt geworden.

Beiden wünsche ich aus dem fernen Argentinien alles alles Gute!

Samstag, 12. November 2011

Pimp my bathroom

Nach einem erneuten Einkaufsbummel nach der Siesta klappere ich alle Kik-artigen Geschäfte ab. Nicht bewusst, sondern weil es immens viele davon gibt und die auch alle Samstag abends offen haben. Ich beschließe, den hässlichsten Raum im Appartement zu verschönern. Ich kaufe Handtücher und einen Duschvorhang. Der alte war so grauslich, dass ich den einfach im Bad beiseite geschoben habe und ohne Duschvorhang geduscht habe. Das bedeutete natürlich, jeden Tag Boden wischen. Aber das war es mir wert. Dauerlösung ist das natürlich keine.

Dann gehe ich noch in den Supermarkt und habe insgesamt viel zu schleppen. Zuhause angekommen setze ich erstmal Reis mit Erbsen auf. Das soll mein heutiges Abendessen werden. Dann putze ich das Bad nochmals heraus - viel schöner wird es aber nicht. Zur Verdeutlichung habe ich ein Vorher-Nachher Shooting gemacht:

Das Badezimmer vor der Verschönerung:


Der grausliche Duschvorhang:



Man sieht, warum ich das Bad nicht leiden kann, denke ich. Aber nun die Nachher-Ansicht:


Ich meine, natürlich kann man über ein Blümchenmuster denken, was man will. Und natürlich ist der Vorhang aus Plastik und dünn wie Seidenpapier. Hat ja auch nur 10 Pesos gekostet. Aber ist doch viel besser insgesamt, oder?


Samstag - allein in San Luis

Heute ist Samstag und ich habe keine Termine. Kein Treffen, ein Tag nur für mich allein. Das finde ich gut. Und endlich mal ausschlafen. Gestern Abend waren wir mit einigen Leuten von der Uni Pizza essen. Das war sehr nett, aber auch anstrengend. So etwas hat eben nicht nur einen privaten Charakter. Eine Kleinigkeit ärgert mich ausserdem - Marcelo fragt mich, wann ich glaube, dass das beste Alter zum Heiraten ist. So eine unterschwellige Aussage.

Ich habe mir für heute eine Einkaufsliste geschrieben - ich brauche ein paar Lebensmittel und andere Kleinigkeiten. Nach einem entspannten Frühstück und ein wenig skypen mit Georg und einem Freund mache ich mich auf den Weg in die Stadt. Es ist richtig lustig und angenehm, sehr frühlingshaft und noch nicht so heiss.

Ich bin auf der Suche nach einem Sportgeschäft, weil ich mir eine günstige Yogamatte zulegen möchte. Auf einer Decke am Fliesenboden sind manche Übungen einfach zu unbequem. Vorerst sehe ich aber nur Geschäfte mit Sportbekleidung. Keine Matten weit und breit. Ich will nicht jammern; es ist auch ein wenig ein Luxusproblem, hier nach einer Yogamatte zu suchen.

Ich bin schon ein wenig spät dran und bald werden wegen der Siesta wieder alle Läden schließen. Ist schon komisch - zu der Zeit, die bei uns auf Konsum ausgelegt ist (Samstag Nachmittag) machen hier fast alle ein Nickerchen. Na gut, aber dafür konsumieren die hier dann wieder Samstag Abends, wo bei uns alle Geschäfte zu sind.

Immer wieder schaue ich in Klamottenläden rein und immer begrüßt mich eine Verkäuferin freundlich und fragt mich etwas auf Spanisch. Merke - ich muss ein paar Vokabeln fürs Einkaufen lernen, so kann ich immer nur fragen "hablas ingles?" oder sagen "no entiendo". Lebensmittel einkaufen geht mittlerweile ganz gut, aber nach Kleidung oder solchen Dingen fragen, das kann ich noch gar nicht.

Die Zeit vergeht rasch und schon ist es nach 13:00. Die Stadt versinkt immer mehr in einem Schneewittchenschlaf und bald sind auf den Strassen nur mehr sehr wenige Menschen zu sehen. Fast alle Geschäfte verriegeln ihre Schaufenster mit schweren Eisengittern. Ich mache mich auch auf den Rückweg. Im Vorbeigehen entdecke ich noch ein Café, das nett aussieht. So Tribeka artig. Ich setze mich rein und bestelle einen Café Latte und ein Focaccia. Es gibt auch Coffee to Go hier. Ach, ich bin schon ein richtiger Bobo. Freue mich da richtig drüber.


Nachdem der Laden hier auch gleich zusperrt, mache ich mich auf den Heimweg. Eigentlich kann ich eh gut verstehen, warum man hier Siesta macht. Mittlerweile ist es echt heiss draussen und in der Hitze herumzulaufen ist doch recht anstrengend. Dann lieber zurück ins Appartment für ein paar Stunden und am Abend den Rest besorgen. Brauche noch Wasser und Käse für morgen. Es geht es nämlich zu einem Tagesausflug nach Las Quijadas. Freu mich schon sehr!

Mittwoch, 9. November 2011

Odyssee...

Heute habe ich mich nach der Arbeit gemeinsam mit Michael auf den Weg in die Innenstadt gemacht um die Suche nach einem passenden Ethernet Adapter auszuweiten. Von einer Kollegin habe ich erfahren, dass in einem bestimmten Laden angeblich Apple Produkte erhältlich sind. Auf dem Weg zu diesem Geschäft übe ich noch, wie man auf Spanisch nach dem gewünschten Teil fragt. Dort angekommen ernte ich allerdings einen hilflosen Blick - der Verkäufer hat mich nicht verstanden und winkt uns aus dem Laden. Nicht gerade motivierend.

Wir versuchen es im nächsten Computergeschäft; das Fragen überlasse ich nun Michael. Fehlanzeige. Eine Strasse weiter in der Calle Colon gibt es einen Adapter, der auch für Mac geeignet zu sein scheint. Ausprobieren dürfen wir ihn allerdings nicht. Zu riskant, beschließe ich. Die Verkäuferin beschreibt uns den Weg zu einem anderen, größeren Computergeschäft. Das ist ganz schön weit weg zu Fuß, aber so ein Spaziergang hat ja noch keinem geschadet. Nach einem längeren Marsch finden wir das Geschäft auch, aber auf die Frage nach einem Adapter schüttelt der Verkäufer verblüfft den Kopf und fragt, ob der Computer "muy viejo" also "sehr alt" ist, weil er über keinen Ethernetanschluß verfügt. Das sollte ich mal dem Apple Customerservice schreiben...

Egal. Wir beschließen, erst mal ein Bier zu trinken und kehren in einer etwas schmuddeligen Kneipe ein. Praktischerweise bekommt man das Bier hier nur in 0.9 Liter Flaschen und so eine teilen wir uns dann auch. In der Kneipe gibt es WLAN und so checken wir auf Amazon, ob der eine Adapter, den wir vor circa einer Stunde in den Händen gehalten haben, eventuell doch geeignet ist. Bingo, die Produktbeschreibung auf Amazon bestätigt es. Darauf hätten wir auch gleich kommen können - einfach im Internet nachschlagen. Angenehmerweise gibt es nämlich in vielen Bars gratis WLAN. Anmerkung - vielleicht sollte ich mich zum Arbeiten einfach in eines dieser Lokale setzen, anstatt auf der Uni ein internetloses Leben zu fristen. Hm. Da muss ich noch genauer drüber nachdenken.

Also zurück in die Calle Colon. Mittlerweile ist es Abend geworden und ordentlich kalt und windig. Ich kaufe rasch den Adapter und hoffe das Beste. Dann geht es weiter in die Pte. Arturo Illia, die Bar- und Essensmeile. Wir haben nämlich Hunger. Wir finden auch ein nettes Lokal, das gar nicht so teuer ist und in dem man ganz gut essen kann. Für mich gibt es Käsetoast mit Pommes, ein beliebtes Vegetariergericht hier. Soviel Weissbrot wie in den letzten zwei Wochen habe ich wohl Jahre schon nicht mehr gegessen. Egal. Der Hunger ist der beste Koch. Dazu gibt es Corona - auch in einer 0.9 Liter Flasche. Allerdings ohne Limone.

Am nächsten Tag nehme ich den Ethernet Adapter gleich in Betrieb und siehe da - er funktioniert! Die Herumlauferei hat sich also voll ausgezahlt. Hier noch ein Bild von dem Wunderding - mit dem stylischen Apple Design kann er halt nicht mithalten.



Gruß an zwei besondere Freunde...

An zwei besondere Menschen, die über 16000 km von mir entfernt sind gerade - ich freu mich sehr mit Euch!!!

Dienstag, 8. November 2011

Hagel in San Luis

Wow. Gerade eben hat es Hagelkörner groß wie Taubeneier gehagelt. Gut, dass ich noch im Büro sitze. Das Spektakel hat keine 20 Minuten gedauert. Nun hat es hoffentlich ein wenig abgekühlt.


Heute ist Dienstag, das heisst gestern hat wieder eine Arbeitswoche begonnen. Und mittlerweile gab es schon drei Besprechungen, die alle sehr produktiv waren. Gestern habe ich präsentiert, woran ich in den letzten Jahren gearbeitet habe. Es ist sehr gut gelaufen. 

Eine lustige Sache gibt es hier auch: Mate to go. Coffee to go habe ich noch nirgends entdeckt, leider. So sieht Mate to go aus:



Sonntag, 6. November 2011

Wandern auf Argentinisch

Heute stehe ich sehr früh auf. Es fällt mir nicht leicht, weil ich nicht gut geschlafen habe. Aber ich freue mich, heute geht es mit dem Club Montana de San Luis nach Salto de Pancanta. Marcelo ist so freundlich, Michael und mich zu begleiten. Treffpunkt ist um 06:30 an der Stadtgrenze von San Luis. Wir kommen 10 Minuten zu spät - ich bin deswegen auch ein wenig nervös - aber das ist hier gänzlich egal. Wir warten noch mindestens eine Stunde, bis alle eintrudeln. Es nehmen über 100 Menschen an der Tour teil, eine Riesengruppe. Michael und ich werden als ausländische Exoten freundlich begrüßt.




Mit dem Auto fahren wir circa eine Stunde zum Ausgangspunkt der Tagestour. Die Fahrt ist atemberaubend; wir fahren beinahe die ganze Zeit durch die Berge und genießen die Aussicht.



Angekommen, werden erst alle Teilnehmer gezählt und über diverse Richtlinien aufgeklärt. Der Club Montana ist sehr gut organisiert und besteht aus einem großen Team, die sogar mit Funkgeräten ausgestattet sind. Eine so große Gruppe von Wanderern zusammenzuhalten, stelle ich mir als nicht einfach vor.



Wir marschieren los und müssen uns als erste Hürde gleich unter einem Stacheldraht durchquetschen. Dann geht es dahin wie bei uns auf der Alm - über relativ flache, grasbewachsene Flächen. Mit dem Unterschied, dass hier Kakteen blühen.






Es ist sehr heiss mittlerweile. Nun müssen auch leichte Steigungen überwunden werden, aber mir macht das nichts aus. Nach über einer Woche sitzen bin ich heilfroh über die Bewegung an der frischen Luft. Schließlich kommen wir an einen Abgrund und in der Ferne sieht man auch schon den Wasserfall (Salto), der in einem Tal liegt.



Um in dieses Tal zu gelangen, muss erst ein steiles Stück nach unten gegangen werden. Dies stellt sich als gar nicht so einfach heraus, weil einerseits überall stachelige Kakteen wachsen und andererseits, weil das Gras sehr rutschig ist.



Sowohl Marcelo, als auch Michael als auch ich rutschen aus und fallen hin - aber keiner verletzt sich. Unten angekommen machen wir erst einmal eine Rast. Marcelo ist sichtlich froh über die Pause.

Nachdem wir unsere mitgebrachte Jause verspeist haben, machen wir uns Richtung Wasserfall auf. Um direkt zum Wasserfall zu gelangen, muss man erst ein paar Felsen hinaufklettern - das macht mir großen Spass.






Der Wasserfall fließt in ein riesiges Steinbecken. Einige Wanderer entledigen sich ihrer Kleidung und springen ins eiskalte Wasser. Ich sehe mir das lieber vom Rand an - an Badekleidung habe ich auch gar nicht gedacht. Michael lässt sich aber nicht zweimal von einer Spanierin ermutigen und springt mit Wanderhose ins Wasser. Sieht ja eh erfrischend aus, aber.





Nach einer guten Stunde Pause machen wir uns wieder alle auf den Weg. Der Club Montana hat einen anderen Rückweg gewählt, das finde ich gut. So sehe ich noch mehr von der großartigen Landschaft. Es wird allerdings gefühlt immer heisser. Ich habe 1 Liter Wasser mehr mit als Marcelo und Michael und so teile ich mit den beiden. Bei der Hitze ist es auch notwendig, genug zu trinken. Der Rückweg ist dann doch etwas lang und anstrengend. So bin ich dann froh, als wir endlich wieder am Ausgangspunkt ankommen. Die vielfältigen Eindrücke des heutigen Tages werde ich jedoch bestimmt nicht vergessen. Und heute werde ich sicherlich wieder gut schlafen können.