Dienstag, 27. Dezember 2011

2 Tage in Cordoba

Cordoba ist eine echt tolle Stadt. Gestern sind wir mit dem Touribus die ganze Stadt abgefahren. Es gab eine englischsprachige Guide und so haben wir einiges ueber die Stadt erfahren.


Cordoba ist noch recht jung, mit etwas mehr als 400 Jahren. Es gibt in dieser Stadt sehr viele Kirchen und Kolonialbauten.




 Im Gegensatz dazu besteht Nueva Cordoba, das neue Cordoba, aus Hochhaeusern, Studentenkneipen, Clubs und Galerien, die moderne Kunst ausstellen.






In Nueva Cordoba entdeckten wir abends einen echt netten Club, in dem das Essen sehr gut war und wo Georg endlich das Nationalgetraenk Argentiniens probierte, Fernet con Coca, also Fernet Branca mit Cola. Sagen wir es mal so, das Zeug wird eher nicht sein Lieblingsgetraenk. Aber man muss alles mal versuchen.

Heute waren wir auf Museumstour, zuerst im Museo de la Memoria, einem Museum in einem frueheren Internierungs- und Folterlager fuer politische Gefangene. Im Museum wird in beruehrender Weise beschrieben, wie in den Zeiten der argentinischen Diktatur tausende Menschen entfuehrt und gefoltert wurden. Der Grossteil der Opfer ist bis heute verschollen, das sind mehr als 40 000 Menschen. Die Ausstellung im Museum erinnert an sie durch Fotos und persoenliche Gegenstände.


Danach besuchten wir das Museo Municipal de Bellas Artes Dr Genaro Perez. Hier werden Gemaelde aus dem 19. und 20. Jahrhundert ausgestellt. Auch ganz aktuelle Werke argentinischer Kuenstler findet man hier. Sowohl die Ausstellung als auch das Gebaeude selbst sind wirklich sehenswert.




Spaeter wanderten wir einfach quer durch die Stadt. Als wir einen Starbucks entdeckten freute ich mich auf den ersten Cafe Latte seit zwei Monaten. Ich gebe es ja zu, ganz schoen Bobo. Aber was solls, ich habe schon Cafe Latte im Galerie getrunken, bevor es ueberhaupt Bobos gab! Eine Schrecksekunde gab es, als das Starbucks Schild plötzlich runterbrach und einen vorbeigehenden Mann um Haaresbreite verfehlte. Aber glücklicherweise ist nichts passiert.


Da abends unser Flieger nach Salta ging, fuhren wir um halb sieben mit dem Taxi Richtung Flughafen. Nach einiger Warterei und einem problemlosen Flug kamen wir schließlich um 23:00 in Salta an. Dann hieß es nur mehr ab ins Hotel und endlich schlafen.






Montag, 26. Dezember 2011

Frühstück in Cordoba

Nach einer langen Busfahrt sind wir nun in Cordoba angekommen. Die Fahrt war ganz angenehm und wir konnten beide gut schlafen. Das Hotel sieht sehr fancy aus - zumindest von aussen. Wir müssen noch auf den Check-in warten und so essen wir mal zuerst ein kleines Frühstück in einem Cafe um die Ecke.




Sonntag, 25. Dezember 2011

Packen...

Heute haben wir gepackt (danke für den Rucksack, Peter!) - morgen ganz in der Früh geht es ab nach Cordoba! Ich bin schon wirklich gespannt, noch kann ich mir gar nicht vorstellen, dass wir nun endlich Urlaub haben!


Heute Abend fahren wir noch gemeinsam mit Edgardo und Ines nach Portrero und nach La Punta, quasi ein Abschiedsausflug. Edgardo's Auslandsaufenthalt in Valencia beginnt Ende Jänner und er fliegt schon Anfang Jänner nach Europa. Das heisst, die gemeinsame Zeit ist mit heute fürs Erste vorbei. Ich bin ziemlich traurig deshalb. Schließlich haben wir die letzten Monate quasi ständig gemeinsam verbracht und so sind wir gute Freunde geworden. Ich hoffe, nächstes Jahr können wir uns irgendwo in Europa treffen, Edgardo bleibt ja doch sechs Monate. Auf jeden Fall bin ich sehr dankbar für die gemeinsame Zeit!

Samstag, 24. Dezember 2011

Bescherung und Weihnachtsabend in San Luis

Abends gab es dann Bescherung. Unsere Familien hatten uns Kleinigkeiten mitgegeben und in der nahegelegenen Bäckerei hatten wir uns Kekse besorgt. Ausserdem habe ich auf iTunes einen Weihnachtssampler gekauft. Wer hätte das gedacht, dass ich mir mal freiwillig Last Christmas von Wham zulege. 


Dann bewunderten wir den Sonnenuntergang.


Etwas später machten wir uns auf in Richtung Innenstadt.


Unser Ziel war die Catedral; wir wollten eine argentinische Weihnachtsmesse erleben. Ventilatoren sieht man bei uns in der Kirche wohl eher nicht. Zumindest ein wenig haben wir von der spanischen Predigt verstanden, aber zu richtig gefreut haben wir uns, als der Chor auf Deutsch "Oh Tannenbaum" angestimmt hat. Ist schon komisch, wenn die Argentinier den Tannenbaum besingen, der ganz sicher nicht in Argentinien wächst. Auf jeden Fall kam nun auch bei uns Weihnachtsstimmung auf.



Nach einem Spaziergang in der ausgestorbenen Stadt machten wir uns auf den Heimweg. Zu Tee aßen wir nun Pan Dulce, ein argentinischer Kuchen, der zu Weihnachten gegessen wird. Pan Dulce ist sehr ähnlich zu Panettone, da merkt man wieder die Nähe Argentiniens zu Italien. Angeblich sind 40% der Einwanderer Argentiniens italienischer Herkunft.

Um Mitternacht fing es plötzlich an zu krachen - überall wurden Feuerwerkskörper gezündet, wie bei uns zu Silvester. Eine nicht so Stille Nacht, aber wirklich schön. Ein schöner Weihnachtsabend war somit vorbei.





Feliz Navidad!


Da Nadelbäume in San Luis nicht heimisch sind, greifen die Puntanos auf Plastikchristbäume zurück. Schön, gell? Bei Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad macht ein gelber Baum durchaus Sinn ;-)

Frohe Weihnachten allerseits!

Samstag, 17. Dezember 2011

Salz auf meiner Haut

Es ist wieder Samstag. Weil das unser letztes gemeinsames Wochenende mit Michael ist, geht es wieder los auf eine Erkundungstour der Sehenswürdigkeiten von San Luis.

Michael und Edgardo haben den Salzsee in Las Salinas in der Nähe von Balde zwar schon besucht als ich krank war, aber die beiden haben nichts dagegen, nochmals hinzufahren. Ich möchte den Salzsee unbedingt sehen. Die Temperaturen sind zwar nicht unbedingt optimal - es hat 35 Grad - aber wir machen uns trotzdem auf den Weg.






Die Salzlandschaft ist wirklich beeindruckend. Wäre es nicht so heiss, könnte man meinen, man ist von Schnee umgeben.






Die Hitze ist mittlerweile wirklich unerträglich, das Salz reflektiert unbarmherzig jeden Sonnenstrahl. Wir machen uns auf den Rückweg zum Auto um nach Siete Cajones zum Schwimmen zu fahren. Damit schließt sich der Kreis, in Siete Cajones haben wir auch unser erstes gemeinsames Wochenende verbracht.


Ein Hund zeigt uns den besten Weg zum Badeplatz, es ist wirklich rührend, wie er auf uns wartet beim Herumkraxeln.


Das Wasser ist angenehm kühl und erfrischend. Später wollen wir uns noch einen anderen Platz zum Baden suchen, aber auf dem Weg sehen wir ein Exemplar meiner Lieblingstierart. Die, die mich kennen, wissen, dass der Spass damit für mich vorbei ist. Edgardo und Michael deuten mein schockiertes Gesicht richtig und so machen wir uns auf den Rückweg.

Auf dem Weg halten wir noch kurz in El Volcan, einem beliebten Badeplatz in der Nähe von San Luis. 




Und zuletzt zeigt uns Edgardo Las Chacras, ein Denkmal anlässlich der Unabhängigkeit Argentiniens von Spanien. 



Wie in Argentinien üblich ist das Denkmal ziemlich monumental. Edgardo erzählt uns noch, dass er hier fast den ersten Kuss mit seiner Frau Ines hatte. Ich finde das wirklich sehr schön, dass die beiden nach 11 gemeinsamen Jahren noch so verliebt sind und Edgardo sich so gerne an solche Momente zurückerinnert. 

Samstag, 10. Dezember 2011

Die Strassen von San Francisco

Am Samstag (10.12.2011) unternahmen wir einen Ausflug nach San Francisco del Monte de Oro in den Sierras de San Luis. Diese Region ist besonders bekannt für die ihre Palemeras de Agua, eine spezielle Palmenart, die vielzähligen Flüsse und das Mikroklima. Den Begriff Mikroklima findet man immer wieder als besonderen Hinweis, auch im Lonely Planet wird darauf hingewiesen. Was das aber wirklich genau ist, konnte mir noch keiner erklären.





Nach langer Anreise über Stock und Stein wanderten wir schließlich los. Für diesen Ausflug hatte Edgardo einen Guide gebucht, der uns viel über die Gegend, die Natur und die Geschichte erzählte. Auf Spanisch natürlich. Mittlerweile verstehe ich fast alles und ich kann mich nun auch verständigen. Deshalb war die Spanische Tour kein Problem, im Gegenteil, so konnte ich den ganzen Tag Spanisch üben.






Nach einiger Zeit erreichten wir ein paar Felsen, die mit uralter Höhlenmalerei verziert waren. Wahrscheinlich wurden diese Zeichnungen vor circa 6000 Jahren vor Christus von den Mapuche angefertigt. Dazu verwendeten sie Tierblut und Magensäure.




Dann ging es weiter auf einen nahegelegenen Berg - leider mit dem Auto. Die Aussicht war wunderschön. 






Wir konnten auch Condores beobachten, mächtige Vögel. Laut Wikipedia haben Condores eine Spannweite von 274 to 310 cm.


Nachdem es mittlerweile sehr heiss war, beschlossen wir, zum nahegelegenen Fluss Gomez zu fahren um dort zu baden.




 Am Flussufer gab es sogar Sandstrand und so fühlte ich mich wie im Urlaub.



Auf dem Heimweg hielten wir noch an einem Denkmal, dass Alberto Rodrigez Saa, bis vor kurzem Gobernador von San Luis, zur Ehre der argentinischen Flagge erbauen lies. Sehr pathetisch.




Nachdem wir das Denkmal bewundert hatten, fuhren wir weiter nach Villa de Quebrada, die auch als Ciudad de la Fe, also Stadt des Glaubens, bezeichnet wird.




Diese Stadt liegt am Fuße der Berge von San Luis und es gibt hier auch einen Kalvarienberg und eine Jesus-Sichtung, die aber von der katholischen Kirche nicht anerkannt ist. Das hindert unzählige Pilger aber nicht daran, einmal im Jahr im März zu Tausenden in diese Stadt zu kommen und zu beten.




Am Fuße des Kalvarienberges findet man hunderte Plaketten auf eine Wand geschraubt, auf denen sich vor allem Menschen aus der Region Mendoza für diverse Dinge bedanken. Auch Autokennzeichen sieht man.




Interessant fand ich, dass viele Socken unter den Plaketten zu finden waren. Diese Bedeutung konnte ich aber bisher nicht herausfinden.